Interview mit Nele Neuhaus

„Elena – ein Leben für Pferde"

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Ich habe schon als Kind Geschichten geschrieben, erst mit meinem Pelikan-Füller in Schulhefte, später mit einer Schreibmaschine. Meine ersten „Bücher“ waren Pferdegeschichten, die manchmal so lang wurden, dass ich die Hefte aneinandergeklebt habe. Ich schreibe in jeder freien Minute, aber mein erstes Buch – einen Thriller – habe ich erst 2005 veröffentlicht.

Fotos: Jessica – Abenteuer im Reitstall von 1979/1980 Fotos: Jessica – Abenteuer im Reitstall von 1979/1980
Fotos: Jessica – Abenteuer im Reitstall von 1979/1980

Wie kommen Sie zum Thema Pferde?
Ich liebe Pferde, seitdem ich denken kann. Mit 8 fing ich mit Voltigieren an, mit 10 dann mit dem „richtigen“ Reiten. Meinen Ex-Mann hatte ich auf einem Reitturnier kennengelernt, er war ein begeisterter Springreiter mit eigenen Pferden. Die habe ich dann zwanzig Jahre lang trainiert und gepflegt, habe sie auf die Turniere gefahren, auf denen mein Mann geritten ist. Unsere erfolgreichen Turnierpferde haben bei mir alle das Gnadenbrot bekommen, Won Da Pie, das Vorbild für die vierbeinige Hauptfigur in der Reihe „Charlottes Traumpferd“, ist aktuell 35 Jahre alt. Mein geliebter Priamos ist kürzlich im Alter von 30 Jahren über die Regenbogenbrücke getrabt. Außerdem habe ich mit unserer Stute Gretna Green fünf Fohlen gezüchtet: Lotte, Fritzi, Frida, Carla und Candy. Mittlerweile reite ich nicht mehr englisch, sondern Western und bin begeistert vom Charakter und der Coolness der Quarter Horses. Und im vergangenen Jahr habe ich mir einen Traum erfüllt und war auf einer Ranch in den Rocky Mountains in Colorado reiten.



Woher nehmen Sie Ihre Ideen?
Ich habe in 30 Jahren mit Pferden und auf Reitturnieren sehr viel erlebt. Und ich gehe mit offenen Augen und Ohren durchs Leben. Die besten Einfälle hatte ich, wenn ich mit meinem Hund spazieren ging, oder beim Ausreiten (das mache ich übrigens am allerliebsten!). Ganz plötzlich ist dann eine Idee in meinem Kopf, und ich denke: Das könnte ein Thema für einen neuen Krimi oder eine neue Pferdegeschichte sein. Dann denke ich darüber nach, mache mir Notizen und entwickele einen Plot, erst handschriftlich, später am Computer.

Worum geht es in der Jugendbuchreihe „Elena - Ein Leben für Pferde“?
Elena Weiland lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder Christian auf dem Amselhof. Elenas Vater ist ein bekannter Springreiter, und natürlich reitet die ganze Familie. Elenas Pferd Fritzi, das als Fohlen schwer verletzt war, entwickelt sich zu einem guten Springpferd, und auch Elena zeigt ihr Talent als Springreiterin. Ihre beste Freundin ist Melike. Zusammen gehen die Mädchen durch dick und dünn, erleben viele Abenteuer und den ersten Liebeskummer. Mir war und ist es sehr wichtig, Jugendbücher zu schreiben, die sich an der Realität orientieren. Schon früher hat es mich gestört, wenn ein Mädchen, das noch nie auf dem Pferd saß, vier Wochen später den verrückten schwarzen Hengst des Reitlehrers reiten kann, auf dem bis dahin niemand reiten konnte. In meinen Büchern ist alles so wie im echten Leben: es gibt Erfolge und Rückschläge, Probleme und Enttäuschungen, aber eben auch Freude, Glück, Liebe und die echte Freundschaft.

Neben Pferden spielt die Liebe eine nicht unwesentliche Rolle, aber es ist ziemlich kompliziert?
Genau, es ist von Anfang an sehr kompliziert, denn Elena verliebt sich in Tim. Aber der ist leider ausgerechnet der Sohn von Richard Jungblut, dem ärgsten Feind von Elenas Vater. Elenas Bruder Christian kann Tim auf den Tod nicht ausstehen, sie sind Konkurrenten auf den Turnieren, denn beide reiten ziemlich erfolgreich L- und M-Springen. Tim hilft Elena mit Fritzi, doch das muss alles heimlich geschehen. In den ersten beiden Bänden klären Elena, Melike und Tim das Geheimnis dieser alten Familienfehde auf und lernen Lajos, den Pferdeheiler kennen, der auch eine wichtige Rolle spielt. Im Laufe der bisherigen vier Bände gibt es aber auch in der Liebe ein ständiges Auf und Ab, und Elena ist vor Enttäuschungen nicht gefeit. Im fünften Band, Erscheinungstermin: 15.2.2016, bekommt Tim als Elenas Herzbube allerdings Konkurrenz …

Sie sind eine bekannte Krimiautorin, haben Sie ein wenig Kriminalistisches auch ins Buch gepackt?
Ja, ich denke schon. Ich will nicht einfach „nur“ Pferdebücher schreiben, deshalb erfinde ich immer wieder spannende Handlungen. Natürlich wird es nie so blutig wie in meinen Krimis, aber es muss ja nicht immer eine Leiche geben, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Im vierten Band „Abenteuer auf der Oaktree Farm“ sind Elena und Melike in Amerika und legen dort ein paar echt üblen Schurken das Handwerk. Und in Band fünf „Ihr größter Sieg“ wird die Spannung auf eine ganz andere Art gesteigert, aber darüber will ich hier jetzt noch nicht so viel verraten … ☺    

Sie haben eigene Pferde? Ein Pferd, Fritzi, spielt in einigen Romanen von Ihnen eine Rolle?
Ja, ich hatte mein Leben lang Pferde. Als Mädchen träumte ich noch davon, aber dann heiratete ich einen pferdeverrückten Mann, und 25 Jahre lang bestimmten die Pferde meinen Alltag. Heute sind die Fohlen groß und gehören anderen Leuten, meine treue Gretna Green und mein Liebling Priamos sind im Pferdehimmel, wie auch meine Hunde. Momentan habe ich nur noch den guten, alten Won Da Pie und widme mich mehr dem Schreiben. Ich bin mir aber sicher, dass ich es nicht lange ohne Hund und Pferd aushalte. ☺

 

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